Gefragt: Frauen in der Kommunalpolitik

Vorbildliche Persönlichkeiten inspirieren, zeigen Wege auf und machen Mut. Deshalb verleiht die Akademie für Kommunalpolitik alle zwei Jahre den Marie-Bittorf-Preis an herausragende Kommunalpolitikerinnen.

Mit dieser Auszeichnung würdigen wir ihr Engagement und ihre Ausdauer. Die Preisträgerinnen stärken das Vertrauen von Frauen in ihre eigene politische Gestaltungskraft, fördern gegenseitige Unterstützung und tragen dazu bei, Strukturen und Rahmenbedingungen nachhaltig zu verändern.

Der Marie-Bittorf-Preis 2025 geht an:

    • Christa Gabriel – SPD-Stadtverordnetenfraktion Wiesbaden
    • Petra Messerschmidt – SPD-Gemeindefraktion Fischbachtal
    • Dagmar Wucherpfennig – SPD-Kreistagsfraktion Darmstadt-Dieburg

Christa Gabriel 
ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Wiesbaden und ehemalige Stadtverordnetenvorsteherin sowie Ortsvorsteherin von Mainz-Kastel. Seit über drei Jahrzehnten engagiert sie sich mit großer Leidenschaft für ihre Stadt, für soziale Gerechtigkeit und das Gemeinwohl. Besonders am Herzen liegen ihr die Stärkung des Ehrenamts, die Förderung der Jugendarbeit und der Zusammenhalt in der Gesellschaft.


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Foto: Detlef Gottwald

Petra Messerschmidt
ist Gemeindevertreterin und Fraktionsvorsitzende der SPD Fischbachtal. Seit über zwanzig Jahren prägt sie das politische und gesellschaftliche Leben ihrer Gemeinde. Neben ihrer Arbeit in Gemeindevertretung und SPD-Ortsverein engagiert sie sich für soziale Projekte, organisiert Feste und Spendenaktionen und sammelt Brillen und Geschenke für Bedürftige. Mit Herz, Tatkraft und Nähe zu den Menschen stärkt sie den Zusammenhalt in Fischbachtal.

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Foto: René Wenner

Dagmar Wucherpfennig 
ist Vorsitzende des Kreistages Darmstadt-Dieburg und prägt seit vielen Jahren die Kommunalpolitik im Landkreis. Sie engagiert sich für die Stärkung von Frauen, für Kultur, Regionalentwicklung und den öffentlichen Nahverkehr. Mit Erfahrung und Besonnenheit steht sie für eine Politik des Dialogs und des Respekts und setzt Impulse für eine moderne, gerechte und lebendige Kommunalpolitik.



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Foto: René Wenner

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Foto: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main (ISG FFM), 57 P Nr. 1.294, Marie Bittorf, N.N., veröffentlicht 1926.


Marie Bittorf wurde am 8. Juli 1886 in Mühlhausen (Thüringen) geboren. 1910 trat sie der SPD bei und wurde 1919 eine der ersten weiblichen Stadtverordneten in Frankfurt am Main. Sie verstarb am 5. September 1974 ebendort.

Warum trägt unser Preis den Namen Marie Bittorf?

Marie Bittorf war eine mutige und engagierte Frau, die sich zeitlebens für soziale Gerechtigkeit und die Rechte von Frauen einsetzte. Sie kämpfte für Mädchen und Frauen, die unter prekären und rechtlosen Arbeitsbedingungen leben mussten, und gründete bereits mit zwanzig Jahren eine Gewerkschaft für Hausangestellte.

1919 gehörte sie zu den ersten weiblichen Stadtverordneten in Frankfurt am Main. Auch in den Jahren des Nationalsozialismus ließ sie sich durch Repressionen und Gestapo-Verhöre nicht einschüchtern. Nach dem Krieg engagierte sie sich von 1946 bis 1956 erneut als Stadtverordnete in Frankfurt, war Mitbegründerin des Frankfurter Frauenausschusses und half 1945 beim Wiederaufbau der AWO in Frankfurt am Main.

Marie Bittorf war die erste Frau im Kommunallandtag Hessen-Nassau, Stadtälteste von Frankfurt und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Ihr Leben steht für Mut, Beharrlichkeit und den Einsatz für die Gleichberechtigung von Frauen. Werte, die der Marie-Bittorf-Preis in ihrem Namen ehrt


Bisherige Preisträgerinnen:

Kirsten Krämer (Reichelsheim); Elke Kühnholz (Landkreis Hersfeld-Rotenburg); Rita Rose (Lampertheim); Gisela Stang (Hofheim); Waltraud Hoppe (Hanau) und Gisela Jäckel (Wetzlar)